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pax christi

menschen machen frieden - mach mit.

Unser Name ist Programm: der Friede Christi. 

pax christi ist eine ökumenische Friedensbewegung in der katholischen Kirche. Sie verbindet Gebet und Aktion und arbeitet in der Tradition der Friedenslehre des II. Vatikanischen Konzils. 

Der pax christi Deutsche Sektion e.V. ist Mitglied des weltweiten Friedensnetzes Pax Christi International.

Entstanden ist die pax christi-Bewegung am Ende des II. Weltkrieges, als französische Christinnen und Christen ihren deutschen Schwestern und Brüdern zur Versöhnung die Hand reichten. 

» Alle Informationen zur Deutschen Sektion von pax christi

Israel/Palästinna

Frieden im Nahen Osten ist immer noch in weiter Ferne. Das israelische und das palästinensische Volk haben beide ein Recht auf Selbstbestimmung, Souveränität und Heimat auf dem Gebiet von Israel/Palästina und auf einen Staat, in dem sie sicher leben und sich entwickeln können. Nur gemeinsam haben beide Völker eine Zukunft.

Im Laufe unserer langjährigen Nahost-Arbeit haben wir vielfältige Kontakte zu unterschiedlichen Gruppierungen und Menschen in Israel und Palästina geknüpft. Ihrer Arbeit für einen gerechten Frieden gilt unsere ungeteilte Solidarität.
Praktisch wird unsere Solidarität nicht nur durch unsere Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen, sondern auch durch die Arbeit der Nahost-AG, die sich aus pax christi - Mitgliedern der Diözesanverbände Freiburg und Rottenburg/Stuttgart gebildet hat. Seit mehreren Jahren treffen sie sich zum regelmäßigen Austausch und zu aktiver Friedensarbeit. Gerne stellt die Diözesanstelle für Interessierte den Kontakt zu dieser Gruppe her.

Ein Porträt der gemeinsamen Nahost AG 2015 von pax christi Rottenburg-Stuttgart und Freiburg

Die Nahost-Arbeitsgruppe (AG) wird von pax christi Rottenburg-Stuttgart und Freiburg getragen. Diese Arbeitsgemeinschaft arbeitet mit der auf der Bundesebene tätigen Nahostkommission von pax christi zusammen. Grundlage der Arbeit der Nahost AG  ist das am 31.10.2010 von der Pax Christi Bundesdelegiertenversammlung angenommene Positionspapier „Ungeteilte Solidarität für einen gerechten Frieden“, in dem die Voraussetzungen, Perspektiven und Mittel der pax christi-Nahostarbeit benannt werden. Die Nahost AG verfolgt auf der Basis objektiver Berichte das Geschehen in Israel/Palästina. Sie fordert einen innerkirchlichen Dialog über Wege zu einem nachhaltigen, beiden Seiten gerecht werdenden Frieden zwischen Israel und Palästina und sie benennt die den Friedensprozess behindernden Probleme. Die Nahost AG macht mit Aktionen auf die Folgen der israelischen Besatzungspolitik aufmerksam und sie nimmt teil an der öffentlichen Debatte über die Positionierung Deutschlands im Nahostkonflikt.

Zu Beginn des Jahres 2015 erörterte die AG einen von der israelischen medico-Partnerorganisation „Ärzte für Menschenrechte“ (PHR-IL) vorgestellten Bericht „No safe“ place“, in dem der Verdacht erhärtet wird, dass zahlreiche Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht zu den hohen Opferzahlen unter der Zivilbevölkerung während des Gaza-Krieges im Sommer 2014 geführt hatten. Verantwortlich für die hohe Zahl von Opfern sind sogenannte „Doppelschläge“, bei denen nach einem Angriff die zu Hilfe eilenden Verwandten und Rettungskräfte von nachfolgendem Beschuss getroffen wurden. Viele Zeugenaussagen dokumentieren Angriffe auf medizinische Einrichtungen und Rettungskräfte, obwohl das palästinensische Gesundheitsministerium die Kennzeichnungen von Krankenwagen und medizinischen Teams sowie die Koordinaten der Gesundheitseinrichtungen an die israelische Armee übermittelte. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation und des palästinensischen Gesundheitsministeriums wurden 23 medizinische Fachkräfte getötet und 83 weitere verletzt, zudem wurden 45 Krankenwagen, 17 Krankenhäuser und 56 Gesundheitseinrichtungen beschädigt oder zerstört.

Mitglieder der Nahost AG nahmen im Berichtszeitraum auch an einer Vortragsveranstaltung zu dem Thema „Der Nahostkonflikt und die Deutschen“ mit dem israelischen Friedensaktivisten Reuven Moskovitz in Freiburg teil. Reuven Moskovitz führte u.a. aus:“ Die schreckliche Vergangenheit Deutschlands scheint zu einer Blindheit vieler Deutscher in Bezug auf Israels Politik geführt zu haben. Schwere Verletzungen des internationalen Rechts und der Menschenwürde werden in Deutschland nicht wahrgenommen. Die Schere in den Köpfen verhindert eine ausgewogene Berichterstattung in den deutschen Medien. Mit Hilfe von Auschwitz, Israels ultimativer Trumpfkarte, immunisierte sich Israel selbst gegen jedwede Kritik und genehmigte sich einen quasi sakrosankten Status. Im Gegensatz zu dem Spruch des jüdischen Weisen, nach dem ein Held derjenige ist, der sich ohne Unterlass bemüht, seinen Feind zum Freund zu machen, machen israelische Politiker unentwegt Feinde zu noch bittereren Feinden, bezeichnen Freunde als Feinde und verunglimpfen sie mit dem zynischen Vorwurf des Antisemitismus.“

Gemeinsam mit der Nahostkommission und dem Dachverband „Kritische Aktionäre“ protestierten Mitglieder der Nahost AG anlässlich der Aktionärsversammlung der Firma HeidelbergCement gegen die wirtschaftlichen Aktivitäten dieser Firma auf besetztem und von Israel beschlagnahmten palästinensischem Land. Diese Aktivitäten verletzen sowohl das Völkerrecht als auch die OECD-Leitlinien. Hier forderte pax christi eine Trennung von diesem Geschäftsbereich in der Westbank.        

In Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Baden-Württemberg,ACK, veranstaltete pax christi am Rande des Kirchentages in Stuttgart einen Thementag unter dem Motto „Gerechtigkeit schafft Frieden in Palästina und Israel. Das Programm wurde von Mitgliedern der Nahost AG maßgeblich mitgestaltet. Namhafte Referent/innen (u.a. der Mitautor des Kairos-Palästina-Dokumentes, Pfarrer Mitri Raheb aus Bethlehem, die Politikwissenschaftlerin an der palästinensischen Birzet-Universität, Helga Baumgarten, der jüdische Trauma-Therapeut und Direktor von Kairos USA, Mark Braverman, Altbischof Renz von der evangelischen Kirche, Weihbischof Renz von der kath. Kirche und dem Direktor des israelischen Komitees gegen Hauszerstörungen, Jeff Halper) vermittelten Eindrücke von der von Unterdrückung und Besatzung geprägten Lebenssituation der Palästinenser und beschäftigten sich mit dem Thema, wie das Schweigen der Kirchen und der Politik zu den Verletzungen des Völkerrechtes und der Menschenrechte durch Israel zu brechen sei.

 

Aktuell plädiert die Nahost AG für ein Erlassjahr für Israel und Palästina und sie unterstützt eine entsprechende Kampagne. Sie greift damit eine Initiative von Mitri Raheb auf. Dieser sagte im Juni in Stuttgart: “Ich möchte dazu aufrufen, dass alle Gruppen, die sich für Palästina einsetzen - ob in den USA, Deutschland oder Palästina - , es sich für nächstes Jahr wirklich auf ihre Fahnen schreiben: nach 49 Jahren ist es an der Zeit, das Land zurückzugeben. Es ist Zeit, die Besatzung zu beenden!“

Diese Kampagne umfasst weltweite Auftaktveranstaltungen Anfang 2016, Erlassjahrveranstaltungen während des Jahres, Gottesdienste, weltweite Postkarten/E-Mail-Aktionen an die israelische und die eigene Regierung, sowie Erlassjahrtreffen in Jerusalem und Bethlehem.

 

Last but not least erörterte die Nahost AG intensiv die aktuelle Gewalteskalation in Israel und Palästina. Gewaltauslösend waren Aktionen ultrarechter jüdischer Gruppierungen auf dem Tempelberg mit dem erklärten Ziel, diesen Ort, an dem bislang nur Muslime beten dürfen, zu „judaisieren“.

Die deutschen Medien berichten zwar von Messerattacken palästinensischer Einzeltäter, denen bereits im November 2015 12 Israels zu Opfer fielen. Unerwähnt bleibt aber zumeist die Zunahme der offenen Gewalttätigkeit von Siedlern und gegen die Palästinenser gerichtete Gewaltakte der israelischen Armee. Bis November 2015 wurden 50 Palästinenser erschossen und Hunderte verletzt.

Erzbischof Fouad Tai, der Lateinische Patriarch von Jerusalem, verurteilte die Welle der Gewalt, die ohnehin nur zu mehr Blutvergießen führe. Er forderte von allen involvierten Parteien, von Israelis und Palästinensern, Mut zu zeigen und zurück zum Verhandlungstisch zu gehen und zu soliden und fairen Grundbedingungen zurückzukehren entsprechend den Anforderungen der UN-Resolution.